Gib einen Suchbegriff ein, um Lebensmittel zu durchsuchen.

    Gemüse

    Weißkohl

    Kohl-Klassiker aus heimischem Anbau – Grundlage für Sauerkraut, Kohlrouladen und deftige Wintergerichte.

    Weißkohl – Gemüse aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Weißkohl hat in den Monaten Juni, Juli, August, September, Oktober, November Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Der Weißkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. alba) ist einer der ältesten und wichtigsten Kulturpflanzen Mitteleuropas. Die festen, runden Köpfe mit hellgrünen bis elfenbeinfarbenen Blättern bilden die Basis unzähliger deutscher Klassiker: Sauerkraut (Deutschlands Nationalgemüse), Kohlrouladen, Weißkrautsalat, Kohlsuppe und Eintöpfe. Durch Fermentation zu Sauerkraut wird er ein probiotisches Superfood und wochenlang haltbar. Auch roh ist er ein unterschätzter Salatstar – als Coleslaw mit Karotte und Mayo oder asiatisch mit Sesam und Ingwer. Ernährungsphysiologisch glänzt Weißkohl mit viel Vitamin C (50-70 mg/100 g – mehr als Zitronen!), reichlich Vitamin K, Folsäure und Glucosinolaten (antikarzinogen, entzündungshemmend). Als Lagergemüse deckt er die dunkle Jahreszeit ab: Hauptsaison Juli bis Februar, als Lagerware bis Mai.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Sauerkraut – fermentiert mit Salz
    • Kohlrouladen mit Hackfüllung
    • Weißkohl-Eintopf mit Kartoffeln und Speck
    • Coleslaw mit Möhren, Apfel, Mayo
    • Asiatischer Krautsalat mit Sesam und Sojasauce
    • Kohlsuppe (klassisch oder Kalorien-Diät)
    • Bigos (polnischer Krauteintopf)
    • Kimchi-Style (fermentiert mit Chili)
    • Gegrillte Kohlspalten als Beilage

    Passt perfekt zu

    • Kümmel und Fenchelsamen (verdauungsfördernd)
    • Wacholder und Lorbeer
    • Speck und Räucherschinken
    • Kartoffeln und Möhren
    • Apfel (Coleslaw, Sauerkraut)
    • Sojasauce und Sesamöl (asiatisch)
    • Paprika und Tomate (Bigos)
    • Mettwurst und Bockwurst

    Eigenschaften

    • Feste, runde Köpfe mit hellen Blättern
    • Frischkohl vs. Lagerkohl – unterschiedliche Lagerfähigkeit
    • Fermentierbar zu Sauerkraut
    • Sehr lagerfähig – 4-6 Monate im Keller
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Sehr hoher Vitamin-C-Gehalt schützt vor Erkältungen im Winter
    • Glucosinolate wirken zellschützend und entzündungshemmend
    • Sauerkraut ist probiotisch fördert gesunde Darmflora
    • Vitamin K wichtig für Blutgerinnung und Knochen
    • Ballaststoffreich (3 g/100 g) gut für Verdauung

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger Standort mit nährstoffreichem, kalkhaltigem Boden
    • Starkzehrer – mit Kompost und Hornspänen düngen
    • Regelmäßig und gleichmäßig gießen
    • Kulturschutznetz gegen Kohlweißling und Erdflöhe
    • Fruchtfolge: 4 Jahre Pause zu anderen Kohlarten
    • Mischkultur mit Sellerie (vertreibt Kohlweißling), Spinat, Dill
    • Vor dem ersten starken Frost ernten (-5 °C verträgt er)
    • Kohl vor Kohlhernie schützen – nur auf gesunden Böden anbauen

    Pflege

    • Vorkultur ab März im Gewächshaus
    • Pflanzung ins Freiland ab Mai
    • Frühkohl für Sommerverzehr, Lagerkohl für Einkellerung
    • Pflanzabstand 50-60 cm
    • Lange Kulturdauer (4-6 Monate)

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Frühkohl: Juni-August. Herbstkohl: September-Oktober. Lagerkohl: Oktober-November. Aus Lager bis Mai.

    Wenn der Kopf fest und schwer ist – etwa 1-3 kg je nach Sorte. Mit scharfem Messer knapp über dem Boden abschneiden. Äußere, welke oder schmutzige Blätter entfernen. Zur Lagerung Strunk dranlassen, Kopf kopfüber in Kellerraum oder Erdmiete.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    180 Tage

    Tipps

    • Ganzer Kopf im kühlen Keller (0-4 °C) 4-6 Monate haltbar
    • Lagerkohlsorten sind dafür optimiert (z. B. ‚Storema', ‚Erdeno')
    • Im Gemüsefach des Kühlschranks 3-4 Wochen
    • Angeschnitten in Folie 1 Woche haltbar
    • Fermentiert zu Sauerkraut monatelang haltbar
    • Eingefroren (blanchiert) 8-10 Monate
    • Nicht neben Äpfeln lagern – Ethylen beschleunigt Alterung

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Weißkohl wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Wie macht man Sauerkraut selber?

    1 kg Weißkohl fein hobeln, mit 15 g Salz (1,5 %) mischen und in Schüssel 15 Min intensiv kneten/stampfen, bis Saft austritt. In sauberes Glas pressen, Kohl muss mit eigenem Saft bedeckt sein. Mit Gewicht (z. B. kleines Glas) beschweren. Bei Raumtemperatur (18-22 °C) 1-2 Wochen fermentieren, dann 2-3 Wochen kühl nachfermentieren. Im Kühlschrank monatelang haltbar. Probiotisch, Vitamin-C-reich, kohldioxid-knackig.

    Was ist der Unterschied zwischen Frühkohl und Lagerkohl?

    Frühkohl hat zarte, lockere Köpfe mit hellen, weichen Blättern, ist zart im Geschmack und perfekt für Salat und kurzes Kochen – aber nicht lagerfähig (nur 2-3 Wochen). Lagerkohl bildet feste, schwere Köpfe mit dickeren Blättern, schmeckt kräftiger und hält 4-6 Monate im Keller – ideal für Sauerkraut, Rouladen und Eintöpfe. Im Handel meist nicht gekennzeichnet – erkennbar am Gewicht und der Festigkeit.

    Warum bläht Weißkohl?

    Weißkohl enthält Glucosinolate und Raffinose (unverdauliche Zuckerarten), die im Dickdarm von Bakterien vergärt werden und Gas produzieren. Tipps gegen Blähungen: 1) Kümmel, Fenchel oder Anis mitkochen (verdauungsfördernd), 2) Kohl nicht zu lange kochen (zerstört ätherische Öle), 3) Sauerkraut besser verträglich (fermentiert), 4) Körper gewöhnt sich bei regelmäßigem Verzehr.

    Wie viel Kohl ergibt wie viel Sauerkraut?

    Faustregel: 1 kg Weißkohl ergibt etwa 800-900 g Sauerkraut (Gewichtsverlust durch Saftabgabe). Für einen 5-Liter-Gärtopf rechnet man etwa 5 kg Kohl. Ein ganzer Krauthobel-Kohl wiegt 2-3 kg und ergibt knapp 2 kg Sauerkraut – das reicht für etwa 4-6 Portionen als Beilage.

    Kann man Kohlstrunk essen?

    Ja, absolut. Der Kohlstrunk enthält sogar mehr Vitamin C und Nährstoffe als die Blätter. Schälen, in feine Streifen oder Würfel schneiden, in Suppen, Eintöpfen, Salaten oder Smoothies verwenden. Traditionell wird er oft weggeworfen, dabei ist er knackig-süß und ein kulinarisches Geheimnis. Auch die äußeren Umblätter sind nutzbar – für Brühen und Kraut-Chips.

    Weitere Gemüsesorten

    Mehr aus der Kategorie