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    Gemüse

    Süßkartoffel

    Orangegelbe Knolle mit natürlicher Süße – Beta-Carotin-Powerpaket, zunehmend heimisch angebaut.

    Süßkartoffel – Gemüse aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Süßkartoffel hat in den Monaten September, Oktober, November Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) ist botanisch keine Kartoffel, sondern ein Windengewächs – eng verwandt mit der Zierpflanze Winde. Die Knollen sind je nach Sorte orange, weiß, gelblich oder sogar purpur im Fleisch und deutlich süßer als die Kartoffel. Die klassische orange Süßkartoffel ist ein wahres Beta-Carotin-Kraftpaket: Bereits 100 g decken den Tagesbedarf an Vitamin A (aus Beta-Carotin) um das Mehrfache. In Deutschland hat der Süßkartoffel-Anbau in den letzten Jahren stark zugenommen – Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und NRW produzieren seit etwa 2015 im Freiland erntefähige Ware. Die Saison läuft von Anfang September bis November, durch Einlagerung halten sie bis ins Frühjahr. Kulinarisch sind Süßkartoffeln Allrounder: Als Pommes aus dem Ofen, im Curry, als Ofenhäppchen, in Suppen, Brownies und sogar süßem Gebäck. Wichtig: Immer gegart verzehren – roh enthalten sie Trypsin-Inhibitoren und sind schwer verdaulich.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Süßkartoffel-Pommes aus dem Ofen mit Paprikapulver
    • Ofen-Süßkartoffel als Ganzes mit Sour Cream und Kräutern
    • Süßkartoffel-Curry mit Kokosmilch
    • Süßkartoffel-Suppe mit Ingwer und Kokos
    • Als Burger-Patty (vegan)
    • Püree statt Kartoffel – ideal zu Wild
    • Gefüllt mit Chili sin Carne (Stuffed Sweet Potato)
    • Amerikanischer Sweet Potato Pie (Dessert)
    • Süßkartoffel-Brownies (glutenfrei)

    Passt perfekt zu

    • Kokosmilch und Curry
    • Ingwer und Kurkuma
    • Zimt und Kardamom
    • Feta und Ziegenkäse
    • Chili und Kreuzkümmel
    • Limette und Koriander
    • Ahornsirup und Pekannüsse
    • Bohnen und Linsen

    Eigenschaften

    • Außergewöhnlich hoher Beta-Carotin-Gehalt
    • Orange, weiße, gelbe, purpur-fleischige Sorten
    • Süßlich-cremig – kulinarischer Allrounder
    • Roh ungenießbar – immer garen
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Einer der besten pflanzlichen Vitamin-A-Lieferanten
    • Beta-Carotin antioxidativ, gut für Haut und Augen
    • Komplexe Kohlenhydrate sättigen langanhaltend
    • Ballaststoffe unterstützen Darmgesundheit
    • Kaliumreich hilft bei Blutdruckregulation

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Vollsonniger, windgeschützter, warmer Standort
    • Humoser, durchlässiger, sandiger Boden
    • Schwarze Mulchfolie hält Boden warm und feucht
    • Erst ernten, wenn das Laub abgestorben ist (nach erstem Frost)
    • Vorsichtig ausgraben – Knollen brechen leicht
    • Nach Ernte 1-2 Wochen bei 28-32 °C nachreifen („curing") – wird deutlich süßer und lagerfähig
    • In Deutschland zunehmend angebaut dank Klimawandel
    • Sortenempfehlung: ‚Beauregard', ‚Bonita' (weiß), ‚Murasaki' (purpur)

    Pflege

    • Vorkultur als Stecklinge ab März im warmen Gewächshaus
    • Pflanzung ins Freiland ab Mitte Mai (nach Eisheiligen)
    • Braucht lange Vegetationsperiode (120-150 Tage)
    • Dammkultur wie Kartoffel – erleichtert Ernte
    • Hitze- und Trockenheitsliebhaber

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Anfang September bis November, je nach Pflanzzeit und Witterung. Nach erstem leichten Frost, wenn das Kraut welkt.

    Vor dem Ausgraben das Laub kurz zurückschneiden. Mit Grabegabel vorsichtig die Knollen ausheben – sie sind druckempfindlich. Am Boden lassen zum Abtrocknen, dann zum „Curing" (1-2 Wochen bei 28-32 °C und hoher Luftfeuchtigkeit) bringen – das konvertiert Stärke in Zucker und heilt kleine Verletzungen.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    90 Tage

    Tipps

    • Im kühlen, dunklen Raum (10-15 °C) 3-6 Monate haltbar
    • Nicht unter 10 °C lagern – Kältebrand, schlechterer Geschmack
    • Nicht im Kühlschrank!
    • Nicht neben Kartoffeln lagern (beschleunigt gegenseitige Keimung)
    • Kein frischer Erdkontakt nach Ernte nötig – zuerst 1 Woche nachreifen lassen
    • Gekocht im Kühlschrank 3-4 Tage
    • Eingefroren (gegart und püriert) 8 Monate

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Süßkartoffel wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Ist die Süßkartoffel eine Kartoffel?

    Nein, trotz des ähnlichen Namens und der ähnlichen Verwendung. Die Kartoffel (Solanum tuberosum) gehört zu den Nachtschattengewächsen, die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) ist ein Windengewächs – eng verwandt mit Zierpflanzen wie der Winde. Die Knollen sind süßer, oft orange, enthalten mehr Beta-Carotin und werden geschmacklich anders eingesetzt. Sie sind nicht verwandt – nur optisch ähnlich.

    Muss man Süßkartoffeln schälen?

    Nicht unbedingt. Bei Bio-Süßkartoffeln enthält die Schale viele Ballaststoffe und Nährstoffe. Einfach gründlich waschen und mit Schale verwenden – besonders beim Rösten und im Ofen. Konventionelle Ware sollte man eher schälen (Pestizidrückstände, Wachsschicht). Die Schale härtet beim Backen angenehm, wird wie die feinere Haut einer Ofenkartoffel.

    Kann man Süßkartoffeln roh essen?

    Besser nicht. Rohe Süßkartoffeln enthalten Trypsin-Inhibitoren und schwer verdauliche Stärke – sie schmecken mehlig-herb und können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Durch das Erhitzen werden diese Stoffe deaktiviert und die Stärke verwertbar. Minimale Mengen (z. B. in Säften) sind unproblematisch, aber für die Küche immer kochen, backen oder braten.

    Wie lagere ich Süßkartoffeln richtig?

    Anders als Kartoffeln: NICHT im Kühlschrank! Unter 10 °C erleiden Süßkartoffeln Kältebrand, Textur und Geschmack leiden. Ideal: kühl (10-15 °C), dunkel, trocken, gut belüftet. In einem Vorratsraum oder Speiseschrank 3-6 Monate haltbar. Nicht neben Kartoffeln oder Äpfeln lagern – Ethylen beschleunigt die Keimung. Nach dem „Curing" (1-2 Wochen Nachreifung) werden sie deutlich süßer.

    Warum sind Süßkartoffeln in letzter Zeit so beliebt geworden?

    Mehrere Gründe: 1) Gesundheitsbewusstsein – hoher Beta-Carotin-Gehalt und niedrigerer GI als Kartoffeln. 2) Low-Carb und glutenfreie Ernährungstrends. 3) Fleischlose Küche – Süßkartoffel als gehaltvolle Hauptzutat. 4) Fitness-Szene nutzt sie als komplexe Kohlenhydratquelle. 5) Klimawandel macht den Anbau in Deutschland möglich – regional verfügbar. 6) Vielseitigkeit von süß bis herzhaft.

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