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    Gemüse

    Spargel

    Königliches Frühlingsgemüse – weiß, grün oder violett. Deutsche Paradedisziplin von April bis Johannistag (24. Juni).

    Spargel – Gemüse aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Spargel hat in den Monaten März, April, Mai, Juni Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Der Spargel (Asparagus officinalis) gilt in Deutschland als das Frühlingsgemüse schlechthin und ist mit rund 120.000 Tonnen jährlich das meistangebaute Gemüse des Landes. Unterschieden werden drei Varianten: Weißer Spargel (Bleichspargel, in Dämmen unter der Erde gezogen – mild, nussig, klassisch deutsch), Grüner Spargel (oberirdisch gewachsen, intensiver, würziger, vitalstoffreicher) und Violetter Spargel (aus der Provence, feines Aroma, etwas bitter). Die Saison beginnt traditionell Mitte April und endet strikt am 24. Juni (Johannistag) – danach bleiben die Stangen im Beet stehen, damit die Pflanze Kraft für die nächste Saison sammelt. Hauptanbaugebiete sind die Region um Beelitz (Brandenburg), die Lüneburger Heide, der Rhein, Franken und Baden. Mit nur 18 kcal/100 g und harntreibender Wirkung ist er ein Klassiker der leichten Frühjahrsküche – klassisch serviert mit Sauce Hollandaise, Schinken und Kartoffeln.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassisch mit Sauce Hollandaise, Kartoffeln und Schinken
    • Mit zerlassener Butter und Parmesan
    • Cremige Spargelsuppe
    • Spargel-Risotto mit Zitrone
    • Grüner Spargel gegrillt oder gebraten
    • Spargelsalat mit Ei und Kräutern
    • Spargel-Carbonara mit grünem Spargel
    • Pfannkuchen mit Spargel und Pilzen
    • Spargel-Schinken-Strudel

    Passt perfekt zu

    • Sauce Hollandaise (klassisch)
    • Schinken (Kochschinken, Schwarzwälder)
    • Butter und Muskat
    • Parmesan und Pecorino
    • Ei (pochiert, hart gekocht)
    • Kartoffeln (neue Kartoffeln)
    • Zitrone und Petersilie
    • Morcheln und andere Frühlingspilze

    Eigenschaften

    • Weißer, grüner und violetter Spargel
    • Johanni-Regel: Ernte-Stop am 24. Juni
    • Harntreibende Wirkung – durch Asparaginsäure
    • Enthält schwefelige Verbindungen – typischer Uringeruch
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Harntreibend durch Asparaginsäure klassische „Entschlackungskur"
    • Sehr kalorienarm (18 kcal/100 g) leichtes Frühlingsgemüse
    • Folsäure-Reich wichtig in Schwangerschaft
    • Vitamin K unterstützt Blutgerinnung und Knochen
    • Enthält Inulin und Glutathion präbiotisch und zellschützend

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Vollsonniger Standort mit tiefgründigem, sandig-lehmigem Boden
    • Kein staunasser Boden – Wurzelfäule droht
    • Stark düngen mit Kompost und Hornmehl
    • Dämme jedes Frühjahr neu anlegen für weißen Spargel
    • Sorten für weiß: ‚Gijnlim', ‚Cumulus', ‚Schwetzinger Meisterschuss'
    • Sorten für grün: ‚Grolim', ‚Xenolim', ‚Ariane'
    • Nach dem 24. Juni das Kraut wachsen lassen – sammelt Kraft
    • Kraut im Herbst abschneiden und verbrennen (keine Kompostierung – Krankheitsübertragung)

    Pflege

    • Pflanzung einjähriger Jungpflanzen (Klaue) im März/April
    • Spargeldämme 40-50 cm hoch anlegen (für weißen Spargel)
    • Grüner Spargel wird oberirdisch ohne Damm gezogen
    • Erste Ernte erst im 3. Jahr – Geduld nötig
    • Beet hält 8-12 Jahre bei guter Pflege

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Mitte April bis 24. Juni (Johannistag). Ausnahme: 1. Jahr nach Pflanzung keine Ernte.

    Weißer Spargel: mit Spargelstecher die Stangen 20-25 cm tief neben der aufgerissenen Erde abstechen, sofort wieder anhäufeln. Grüner Spargel: oberirdisch mit Messer abschneiden. Morgens ernten, zügig verarbeiten. Weiß: nur vollständig weiße Stangen ernten, sonst bilden sich Bitterstoffe. Grün: wenn 20-25 cm hoch.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Kühlschrank
    Haltbarkeit
    3 Tage

    Tipps

    • Frisch verzehren – maximal 2-3 Tage im Kühlschrank
    • Ungeschält in feuchtem Tuch wickeln
    • Schnittstellen in Wasser stellen (wie Blumen) – hält 3-4 Tage
    • Nicht einfrieren – wird matschig
    • Gekocht 1-2 Tage im Kühlschrank
    • Fertig gegart eingefroren möglich (1 Monat) – Qualitätsverlust
    • Einkochen oder einlegen für Vorrat (sauer eingelegt)

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Spargel wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Warum endet die Spargelsaison genau am 24. Juni?

    Die „Johanni-Regel" (Ernte-Stop am 24. Juni, Johannistag) hat gärtnerische Gründe: Die Spargelpflanze braucht die Zeit nach Johanni, um ihr Kraut wachsen zu lassen und über Photosynthese Reservestoffe für die nächste Saison zu sammeln. Ohne diese Erholungsphase würde die Pflanze rapide ausmergeln. Auch für das Spargelbeet sind 8-12 Jahre Standzeit typisch, nur mit Johanni-Pause.

    Was ist der Unterschied zwischen weißem, grünem und violettem Spargel?

    Weißer Spargel wächst unter der Erde in Dämmen, ohne Licht – dadurch bleibt er bleich, mild, nussig, zarter in der Textur. Grüner Spargel wächst oberirdisch im Licht – Chlorophyll-Bildung macht ihn grün, intensiver im Geschmack, mit mehr Vitaminen, schneller zu kochen. Violetter Spargel ist eine spezielle Sorte aus der Provence – Anthocyane färben ihn purpur, geschmacklich feiner und leicht bitter.

    Wie schält man weißen Spargel richtig?

    Mit Sparschäler oder Spargelschäler vom Kopf in Richtung Ende schälen – nicht umgekehrt. Holzige Enden (ca. 2-3 cm) abschneiden. Unter dem Kopf nicht schälen, aber den Rest gründlich – bei weißem Spargel ist die Schale sonst zäh. Grüner Spargel muss meist nicht geschält werden, nur das untere Drittel dünn schälen. Für Traditionalisten: Schalen nicht wegwerfen – daraus eine kräftige Spargelbrühe kochen.

    Warum riecht der Urin nach Spargelessen komisch?

    Spargel enthält Asparaginsäure und Schwefelverbindungen. Im Stoffwechsel entstehen flüchtige schwefelhaltige Verbindungen (Methanthiol, Dimethylsulfid), die über den Urin ausgeschieden werden – daher der typische Geruch. Genetisch: nicht alle können ihn riechen (ca. 40 % fehlt ein Geruchsrezeptor dafür). Der Geruch ist harmlos und verschwindet nach wenigen Stunden. Viel trinken hilft.

    Wie gare ich Spargel am besten?

    Weißer Spargel: in gesalzenem Wasser mit 1 TL Zucker und 1 EL Butter ca. 12-18 Min kochen (je nach Dicke) – bissfest, nicht matschig. Grüner Spargel: 5-8 Min in wenig Wasser oder Pfanne anbraten. Dampfgaren: weiß 15 Min, grün 5 Min. Ofenmethode: in Alufolie mit Butter und Zitrone 25-30 Min bei 180 °C. Für Gourmet: sous-vide bei 85 °C 15-20 Min – zartester Genuss.

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