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    Gemüse

    Schwarzwurzel

    „Winterspargel" mit nussig-edlem Geschmack – dunkle Schale, weißes Fleisch, traditionelles Adventsgemüse.

    Schwarzwurzel – Gemüse aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Schwarzwurzel hat in den Monaten Januar, Februar, März, Oktober, November, Dezember Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) gehört botanisch zu den Korbblütlern und ist damit entfernt verwandt mit Löwenzahn und Chicorée. Ihre 20-30 cm langen Pfahlwurzeln haben eine schwarzbraune Rinde und cremeweißes, nussig-mild schmeckendes Fruchtfleisch. Wegen des zarten, spargelähnlichen Aromas wird sie oft als „Winterspargel" oder „Armer-Leute-Spargel" bezeichnet – ein Spitzname aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als Spargel ein Luxusprodukt war. Beim Schälen tritt ein klebriger, weißer Milchsaft aus, der Hände und Arbeitsflächen bräunt – deshalb immer Handschuhe tragen und geschälte Wurzeln sofort in Essigwasser legen. Ernährungsphysiologisch glänzt die Schwarzwurzel mit hohem Inulin-Gehalt (präbiotisch) und liefert reichlich Kalium und Vitamine E und B-Gruppe. Traditionell zwischen November und März als Adventsgemüse verbreitet, hat sie durch moderne Gastronomie und Bio-Gärtner ein Revival erlebt.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassische Schwarzwurzeln in Sahne-Muskat-Sauce
    • Gebackene Schwarzwurzeln paniert (Winter-Schnitzel)
    • Schwarzwurzelsuppe cremig mit Muskat
    • Im Ofen mit Olivenöl und Kräutern geröstet
    • Schwarzwurzel-Gratin mit Käse
    • Als Beilage zu Wild und Weihnachtsbraten
    • Schwarzwurzel-Carpaccio mit Trüffel und Parmesan
    • In Risotto und Pasta eingekocht
    • Gebraten im Wok mit asiatischen Gewürzen

    Passt perfekt zu

    • Sahne und Muskat
    • Butter und braune Butter
    • Parmesan und Trüffel
    • Kartoffeln und Möhren
    • Wildbret (Reh, Hase)
    • Speck und Lauch
    • Muskat und Zitrone
    • Weißwein und Schalotten

    Eigenschaften

    • Enthält außergewöhnlich viel Inulin (präbiotisch) – bis 18 g/100 g
    • Nussiger, spargelähnlicher Geschmack
    • Weißer Milchsaft beim Schälen – Handschuhe nötig
    • Klassisches Advents- und Weihnachtsgemüse
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Extrem hoher Inulin-Gehalt präbiotisch, fördert gute Darmbakterien
    • Vitamin E antioxidativ, gut für Haut und Zellschutz
    • Eisenreich (3,3 mg/100 g) eines der eisenreichsten Gemüse
    • Blutzucker-stabilisierend durch Inulin (kein Glukose-Peak)
    • Niedriger Kaloriengehalt sättigt dank Ballaststoffen

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger Standort mit tiefgründigem, steinfreiem Boden
    • Kein frischer Mist – sonst gabeln sich die Wurzeln
    • Gleichmäßig gießen, besonders im Sommer
    • Im Herbst mit Stroh mulchen für Winterernte
    • Frosthart – kann im Beet überwintern
    • Geduld: langsames Wachstum, 5-6 Monate bis zur Ernte
    • Blütenstände kommen im zweiten Jahr – dann ist die Wurzel holzig
    • Fruchtfolge: 3 Jahre Pause zu anderen Korbblütlern

    Pflege

    • Direktsaat im April/Mai
    • Tiefgründigen Boden unbedingt nötig – Wurzeln werden 25-30 cm lang
    • Aussaat 2-3 cm tief, Reihenabstand 30 cm
    • Vereinzeln auf 8-10 cm Abstand
    • Ganzjährige Kultur – Ernte ab Oktober, lagerfähig bis März

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Oktober bis April – klassisches Wintergemüse. Nach Frost sogar süßer.

    Vorsichtig mit Grabegabel aus dem Boden heben – Wurzeln brechen leicht (wertvoller Saft geht dann verloren). Kraut kurz abschneiden. Wurzeln nicht waschen, wenn sie ins Lager kommen. Bei gefrorenem Boden auf Tauwetter warten. Immer nur tagesaktuellen Bedarf ausgraben, der Rest bleibt konserviert im Beet.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    60 Tage

    Tipps

    • Im feuchten Tuch im Gemüsefach 1-2 Wochen haltbar
    • Im kühlen Keller (0-4 °C) in feuchtem Sand 2-3 Monate
    • Nicht waschen vor der Lagerung
    • Eingefroren (blanchiert) 8-10 Monate haltbar
    • Im Beet können Schwarzwurzeln auch im Winter bleiben (frosthart)
    • Geschält im Essigwasser lagern – bräunt sonst sofort
    • Gekochte Reste 2-3 Tage im Kühlschrank

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Schwarzwurzel wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Warum heißt die Schwarzwurzel „Armer-Leute-Spargel"?

    Im 18. und 19. Jahrhundert war Spargel ein Luxusgemüse, das nur wenige sich leisten konnten. Die im Winter erntbare Schwarzwurzel mit ihrem ähnlichen, zart-nussigen Geschmack wurde zum Ersatz – erschwinglich, verfügbar und schmeckt ähnlich delikat. Der Spitzname „Armer-Leute-Spargel" ist heute eher historisch; in guten Restaurants ist die Schwarzwurzel inzwischen als eigenes Gourmet-Gemüse anerkannt.

    Wie schäle ich Schwarzwurzeln ohne Sauerei?

    Schwarzwurzeln enthalten einen klebrigen, weißen Milchsaft, der Hände und Arbeitsflächen dunkelbraun verfärbt. Am besten: 1) Handschuhe tragen (Einmal oder Gummi), 2) unter fließendem Wasser oder in einer Schüssel schälen, 3) geschälte Stücke sofort in Essigwasser (1 EL Essig pro Liter) legen – bräunen sonst binnen Minuten. Profi-Tipp: Schwarzwurzeln unter kaltem Wasser mit einer harten Bürste abbürsten, dann die Schale mit Sparschäler abziehen.

    Wann sind Schwarzwurzeln in Saison?

    Hauptsaison von Oktober bis März – klassisches Wintergemüse, das als Lagerware bis in den April hinein frisch bleibt. Besonders gut schmecken sie nach dem ersten Frost, weil dann die Stärke in Zucker umgewandelt wird. Im Handel sind sie vor allem zur Adventszeit zu finden – traditionell gehören sie zu Weihnachten auf den Tisch. Außerhalb der Saison gibt es sie selten.

    Was ist der Unterschied zu Haferwurzel?

    Die Haferwurzel (Tragopogon porrifolius, auch Bocksbart) ist ein enger Verwandter mit ähnlichem Geschmack und ähnlicher Zubereitung. Unterschiede: Haferwurzel hat eine helle, beige Schale (nicht schwarz), ist etwas milder im Aroma und in Deutschland noch seltener. Beide haben den gleichen hohen Inulin-Gehalt und werden austauschbar verwendet. In Frankreich und Italien ist die Haferwurzel (Salsifis blanc/Bianco) beliebter als bei uns.

    Sind Schwarzwurzeln gesund?

    Sehr. Der Inulin-Gehalt ist außergewöhnlich hoch (bis 18 g/100 g) – das ist ein präbiotischer Ballaststoff, der die gesunde Darmflora füttert. Dazu kommen viel Vitamin E (antioxidativ), Folsäure und Eisen (3,3 mg/100 g – mehr als Spinat!). Der niedrige glykämische Index macht sie zum idealen Diabetiker-Gemüse. Und: Mit 70 kcal/100 g kein Leichtgewicht, aber sehr sättigend.

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