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    Gemüse

    Rotkohl

    Klassischer Winterkohl in sattem Violett – süßsäuerlich geschmort der Begleiter zu Braten, Gans und Ente; roh als knackige Slaw-Basis.

    Rotkohl – Gemüse aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Rotkohl hat in den Monaten Juli, August, September, Oktober, November Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Der Rotkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. rubra) – regional auch Blaukraut (Süddeutschland, Österreich) oder Rotkraut genannt – ist eine Zuchtform des Weißkohls mit hohem Anthocyan-Gehalt. Die charakteristische violett-blaue Farbe entsteht durch diese sekundären Pflanzenstoffe, die als starke Antioxidantien wirken und sich je nach pH-Wert verfärben: in saurer Umgebung (mit Essig oder Apfel) wird er leuchtend rot, in basischer (z. B. hartes Wasser, Natron) verschiebt er sich ins Blau-Violette – daher die regional unterschiedlichen Bezeichnungen. In der deutschen Küche ist der klassisch geschmorte Rotkohl mit Äpfeln, Zwiebeln, Lorbeer und Nelken ein fester Bestandteil von Gänsebraten, Martinsgans und Weihnachtsmenüs. Moderne Zubereitungen setzen auf kurzes Anbraten, Rohkost-Slaws oder fermentierte Varianten. Mit 26 kcal/100 g und außergewöhnlich viel Vitamin C und K ist er ein nährstoffreicher Winterklassiker.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassisch geschmorter Rotkohl mit Apfel und Nelke
    • Rotkohl-Salat (Rotkraut) mit Apfel, Walnüssen und Orangen
    • Rotkohl-Coleslaw asiatisch mit Sesam und Ingwer
    • Rotkohl-Saft – natürlicher pH-Indikator im Unterricht
    • Fermentierter Rotkohl (Sauerkraut auf Rot)
    • Als Topping auf Tacos oder Bowls
    • Rotkohl-Suppe mit Kartoffeln und Majoran
    • Rotkohl-Carpaccio hauchdünn gehobelt

    Passt perfekt zu

    • Apfel (Boskop, Elstar) – Klassiker
    • Nelken, Lorbeer, Piment
    • Rotwein und Portwein
    • Zimt und Kardamom
    • Zwiebel und Schalotte
    • Gänseschmalz oder Butter
    • Walnüsse und Maronen
    • Essig (Apfel-, Rotwein-Essig)

    Eigenschaften

    • Anthocyane sorgen für violette Farbe – pH-abhängig rot oder blau
    • Regionale Namen: Rotkohl (Nord) vs. Blaukraut (Süd)
    • Sehr lagerfähig – bis zu 6 Monate im Keller
    • Roh nutzbar als Slaw, gekocht für klassische Beilage
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Anthocyane wirken stark antioxidativ und gefäßschützend
    • Sehr hoher Vitamin-C-Gehalt (57 mg/100 g) stärkt Immunsystem
    • Glucosinolate wirken zellschützend und entzündungshemmend
    • Ballaststoffe fördern Verdauung und Darmgesundheit
    • Kalorienarm (26 kcal/100 g) trotz Sättigungsgefühl

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger Standort mit nährstoffreichem, kalkhaltigem Boden
    • Starkzehrer – mit Kompost und Hornspänen gut vorbereiten
    • Regelmäßig gießen – besonders bei Kopfbildung
    • Gegen Kohlweißling und Mehlige Kohlblattlaus Kulturschutznetz
    • Mischkultur mit Sellerie, Tomaten oder Dill
    • Fruchtfolge: 4 Jahre Pause an gleicher Stelle
    • Frosthart bis -8 °C – spätes Frühjahr-Gemüse im Lager
    • Ernte vor dem ersten starken Frost

    Pflege

    • Vorkultur ab April im Gewächshaus
    • Pflanzung ins Freiland ab Mai/Juni
    • Pflanzabstand 50-60 cm
    • Lange Kulturdauer (5-6 Monate)
    • Als Nachkultur nach Früherbsen oder Salat möglich

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Juli bis November im Freiland, Lagerware bis April.

    Mit scharfem Messer den Strunk knapp über dem Boden abschneiden. Äußere, lose oder welke Blätter entfernen. Zum Einlagern: harte Köpfe mit intaktem Strunk in Erdmiete oder kühlen Keller bringen. Gekochte Portionen lassen sich gut einfrieren.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    120 Tage

    Tipps

    • Ganzer Kohlkopf im kühlen Keller (0-4 °C) 4-6 Monate haltbar
    • Im Gemüsefach des Kühlschranks 3-4 Wochen
    • Angeschnitten in Folie 1 Woche im Kühlschrank
    • Gekocht portionsweise einfrierbar – 10 Monate haltbar
    • Fermentiert (Rot-Sauerkraut) mehrere Monate im Kühlschrank
    • Beim Hobeln Plastikschneidebrett verwenden (Holz färbt)
    • Hände färben sich nicht dauerhaft, aber Zitrone hilft beim Reinigen

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Rotkohl wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Warum heißt es mal Rotkohl, mal Blaukraut?

    Es ist dieselbe Pflanze – der Unterschied liegt in der regionalen Zubereitung und dem pH-Wert des verwendeten Wassers/der Zutaten. In Norddeutschland mit kalkreicherem Wasser und traditioneller Zubereitung mit Äpfeln und Essig (sauer) erscheint er rot – daher „Rotkohl". In Süddeutschland und Österreich wird oft mit weichem Wasser und weniger Säure gekocht, der Anthocyanfarbstoff erscheint dann blau-violett – daher „Blaukraut".

    Wie verhindert man, dass Rotkohl blau wird?

    Säure fügen: einen Schuss Essig, Zitronensaft oder Wein ins Kochwasser oder den Schmortopf geben. Auch Apfelstücke enthalten genug Säure. Bei sehr hartem, kalkreichem Wasser kann ein Teelöffel Essig helfen, die leuchtende rote Farbe zu erhalten. Nach dem Kochen nicht mit Natron oder Backpulver in Berührung bringen – färbt sofort blau.

    Kann man Rotkohl roh essen?

    Ja, sehr gut sogar. Roh in feine Streifen gehobelt, ca. 10-15 Min mit etwas Salz einmassiert, wird er zartknackig. Perfekt für Coleslaw, Wraps, Bowls oder als Beilage zu Tacos. Roh enthält er mehr Vitamin C als gekocht. Mit Apfel, Walnüssen, Orange und Senf-Dressing ein Klassiker für die Festtagsvorspeise.

    Warum sollte man Rotkohl vor dem Schmoren mariniert stehen lassen?

    Die klassische Rotkohl-Zubereitung sieht vor, den gehobelten Kohl mehrere Stunden oder über Nacht mit Essig, Salz, Zucker, Wein und Gewürzen marinieren zu lassen. Das entzieht Wasser, lockert die Faser, intensiviert die Farbe und lässt die Aromen besser einziehen. Beim anschließenden Schmoren (1-2 h sanft köcheln) wird er dann butterzart und aromatisch.

    Was passiert beim Kochen von Rotkohl mit Glas oder Topf aus Metall?

    Rotkohl reagiert empfindlich auf Aluminium und Eisen – diese Metalle können durch die Säure leichte Metallionen abgeben, die die Anthocyane verfärben (braun-grau) und das Aroma beeinträchtigen. Am besten verwendet man Edelstahl-, Emaille-, Keramik- oder Glaskochtöpfe. Auch Schneidebretter aus Holz können sich dauerhaft verfärben – Kunststoff ist hier praktischer.

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