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    Gemüse

    Pastinake

    Süßlich-nussiges Winterwurzelgemüse – vergessen, wiederentdeckt: hervorragende Basis für Suppen, Pürees und Ofengerichte.

    Pastinake – Gemüse aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Pastinake hat in den Monaten September, Oktober, November, Dezember Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Pastinake (Pastinaca sativa) ist eine alte Kulturpflanze aus der Familie der Doldenblütler, eng verwandt mit Möhre und Petersilienwurzel. Bis zur Einführung der Kartoffel im 18. Jahrhundert war sie in Mitteleuropa ein Grundnahrungsmittel – danach geriet sie fast in Vergessenheit, erlebt aber seit einigen Jahren eine Renaissance als heimisches Superfood. Pastinaken bilden cremeweiße, 15-25 cm lange Pfahlwurzeln mit einem süßlich-würzigen Aroma zwischen Möhre und Sellerie. Ihr Geschmack intensiviert sich nach dem ersten Frost deutlich – die Stärke wird dann in Zucker umgewandelt („Frostsüße"). Ernährungsphysiologisch liefern sie viel Kalium, Vitamin C, Folsäure und Ballaststoffe; traditionell werden sie auch in der Babynahrung eingesetzt, weil sie nitratarm, mild und leicht verdaulich sind. In Deutschland gewinnt der Anbau vor allem in Bio-Gemüsebetrieben wieder an Bedeutung.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Cremige Pastinakensuppe mit Birne und Ingwer
    • Pastinaken-Püree mit Muskat als Beilage
    • Ofengemüse mit Thymian und Olivenöl
    • Pastinaken-Pommes aus dem Ofen
    • Pastinaken-Chips als Snack
    • Eintopf mit Linsen und Räuchertofu
    • Rohkost: fein geraspelt mit Apfel und Walnüssen
    • Babybrei (puriert, pur oder mit Kartoffel)
    • Vegetarische Shepherd's Pie als Topping

    Passt perfekt zu

    • Kartoffel und Möhre
    • Birne und Apfel
    • Thymian und Rosmarin
    • Muskat und Kreuzkümmel
    • Walnuss und Haselnuss
    • Ahornsirup und Honig
    • Sahne und Butter
    • Lamm und Rind

    Eigenschaften

    • Süßlich-würziges, nussartiges Aroma
    • Wird nach Frost deutlich süßer
    • Nitrat- und allergenarm – babykost-geeignet
    • Hoher Ballaststoffgehalt (4,9 g/100 g)
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Hoher Ballaststoffgehalt unterstützt die Verdauung und sättigt
    • Kalium reguliert Blutdruck, Folsäure wichtig in Schwangerschaft
    • Nitrat- und allergenarm ideal für Babykost ab 4. Monat
    • Präbiotische Inulin-Fasern fördern die Darmflora
    • Antioxidative Phenolsäuren und Apigenin (entzündungshemmend)

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger bis halbschattiger Standort mit tiefgründigem, steinfreiem Boden
    • Boden tiefgründig lockern – Pastinaken wachsen 25-30 cm tief
    • Keine frische Düngung – sonst gabeln die Wurzeln (lieber auf Vorjahresmist-Beete)
    • Gleichmäßig gießen – besonders wichtig im Sommer
    • Erst nach dem ersten Frost ernten – Aroma deutlich süßer
    • Im Beet überwintern möglich – bei Bedarf ausgraben, sogar im Januar
    • Fruchtfolge: 4 Jahre Abstand zu anderen Doldenblütlern (Möhre, Sellerie)

    Pflege

    • Direktsaat im Frühjahr (März/April) – Keimung langsam (3-4 Wochen)
    • Aussaat flach (1 cm), Reihenabstand 30-40 cm
    • Vereinzeln nach Keimung auf 10-15 cm in der Reihe
    • Spätsaaten bis Mai möglich – Ernte dann erst im Folgejahr
    • Mischkultur mit Radieschen (markieren die langsame Keimreihe)

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Oktober bis April – klassisches Winterwurzelgemüse. Hauptgeschmack nach dem ersten Frost.

    Mit Grabegabel neben der Wurzel ansetzen und vorsichtig aus dem Boden hebeln. Nicht herausziehen – Wurzeln brechen leicht. Bei gefrorenem Boden nicht möglich, dann auf Tauwetter warten. Nach der Ernte Kraut abdrehen, Wurzeln nicht waschen wenn Einlagerung folgt.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    90 Tage

    Tipps

    • Im Gemüsefach des Kühlschranks 2-3 Wochen haltbar
    • Im kühlen Keller (0-4 °C) in feuchtem Sand oder Torf 3-4 Monate
    • Kraut vor Lagerung abschneiden – zieht Wasser aus der Wurzel
    • Pastinaken können auch im Winter im Beet überdauern (frosthart bis -10 °C)
    • Gewürfelt einfrierbar nach kurzem Blanchieren (2 Min) – 10 Monate haltbar
    • Pastinakensuppe fertig einfrieren – ideal für Vorrat

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Pastinake wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Wie schmeckt Pastinake?

    Pastinaken schmecken süßlich-würzig mit einer feinen nussigen Note – eine Mischung aus Möhre und Sellerie, aber milder und süßer. Nach dem Frost sind sie besonders aromatisch und süß, weil die Pflanze Stärke in Zucker umwandelt als Frostschutz. Gegart werden sie butterzart und entfalten ein intensives, an Erdnuss erinnerndes Aroma.

    Was ist der Unterschied zu Petersilienwurzel?

    Pastinake und Petersilienwurzel sehen sich täuschend ähnlich – beide lang, weiß, konisch. Unterschiede: Pastinaken sind meist größer (bis 25 cm), haben eine eingezogene Stielansatzstelle („Krönchen" mit Höhlung), schmecken süßlicher und nussig. Petersilienwurzeln sind schlanker, haben einen erhabenen Stielansatz, schmecken würziger-petersilig. Beide lassen sich in Rezepten austauschen.

    Muss ich Pastinaken schälen?

    Ja, meist. Die Schale ist etwas faserig und kann bei älteren Wurzeln bitter sein. Bei jungen, Bio-Pastinaken reicht oft gründliches Bürsten. Die Schale enthält – wie bei vielen Doldenblütlern – Furanocumarine, die mit Sonnenlicht phototoxisch wirken können. Beim Verarbeiten großer Mengen roher Pastinaken Handschuhe tragen.

    Wann sind Pastinaken erntereif?

    Geschmacklich ab dem ersten Frost (meist Ende Oktober/November). Der Frost wandelt Stärke in Zucker um – das ist der Grund, warum echte Pastinaken-Liebhaber bis nach dem ersten Kälteeinbruch warten. Technisch sind sie aber schon ab September erntereif. Im Boden halten sie sich bis April – und können nach Bedarf ausgegraben werden.

    Sind Pastinaken für Babys geeignet?

    Ja, sehr gut. Pastinaken sind nitratarm, allergenarm und mild im Geschmack – ideal für den Beikoststart ab dem 4. Monat. Klassisch werden sie fein püriert, oft in Kombination mit Kartoffel oder Möhre. Wichtig: Bio-Qualität bevorzugen (Pastinaken speichern wenig Nitrat, aber Pflanzenschutzmittel). Geschält und gegart direkt servieren – nicht lange warm halten.

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