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    Gemüse

    Kartoffel

    Vielseitige Knolle als Grundnahrungsmittel – stärkehaltig, sättigend, lagerfähig, Vitamin-C-Quelle im Winter.

    Kartoffel – Gemüse aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Kartoffel hat in den Monaten Juni, Juli, August, September, Oktober Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Kartoffel (Solanum tuberosum) kam im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa und stieg durch Friedrich den Großen ab 1756 zum wichtigsten Grundnahrungsmittel Deutschlands auf. Heute werden in Deutschland auf rund 260.000 Hektar jährlich etwa 10 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet – wichtigste Anbauregionen sind Niedersachsen (40 % der Fläche), Bayern und NRW. Unterschieden wird nach Reifezeit (Früh-, mittelfrühe, späte Sorten), nach Kochtyp (festkochend, vorwiegend festkochend, mehligkochend) und nach Farbe (weiß-, gelb-, rot-, lila-fleischig). Mit 77 kcal pro 100 g, nennenswertem Vitamin-C-Gehalt, Kalium und Ballaststoffen ist sie deutlich gehaltvoller als ihr Image als „Dickmacher" vermuten lässt.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassische Salzkartoffeln als Beilage
    • Kartoffelpüree mit Muskat und Butter
    • Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln
    • Kartoffelsalat norddeutsch (mit Mayo) oder süddeutsch (mit Brühe und Essig)
    • Kartoffelgratin mit Sahne und Knoblauch
    • Pommes frites oder Wedges
    • Kartoffelsuppe mit Lauch und Speck
    • Ofenkartoffel mit Sour Cream und Schnittlauch
    • Kartoffelpuffer mit Apfelmus

    Passt perfekt zu

    • Rosmarin und Thymian
    • Butter und Sahne
    • Schnittlauch und Petersilie
    • Speck und Zwiebel
    • Knoblauch und Muskat
    • Quark und Leinöl (klassisch Pellkartoffeln)
    • Essig und Brühe (süddeutscher Kartoffelsalat)
    • Sauerrahm

    Eigenschaften

    • Drei Kochtypen: fest-, vorwiegend fest-, mehligkochend
    • Hochwertiges Pflanzenprotein (hohe biologische Wertigkeit)
    • Kaliumreich – ausgleichende Wirkung auf Blutdruck
    • Resistente Stärke nach Abkühlen – verdauungsfreundlich
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Kaliumreich hilft bei der Regulation von Blutdruck
    • Sättigend bei relativ geringer Energiedichte (77 kcal/100 g)
    • Frisch geerntete Knollen enthalten bemerkenswert viel Vitamin C
    • Hochwertiges Protein mit guter biologischer Wertigkeit
    • Resistente Stärke (beim Abkühlen gekochter Kartoffeln) fördert Darmflora

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger Standort mit tiefgründigem, lockerem Boden
    • Vorkeimen der Saatknollen 4-6 Wochen vor Pflanzung im Hellen bei 10-15 °C bringt 2-3 Wochen Vorsprung
    • Pflanzabstand 30-35 cm in der Reihe, 60-70 cm zwischen den Reihen
    • Häufeln, sobald das Kraut 15-20 cm hoch ist
    • Gleichmäßig gießen – Trockenstress führt zu Wachstumsrissen
    • Kartoffelkäfer früh absammeln oder Bt-Präparat einsetzen
    • Kraut erst bei Vergilbung abschneiden, dann 2 Wochen warten – Schale härtet

    Pflege

    • Pflanzung der Saatkartoffeln ab April, sobald der Boden über 8 °C erreicht
    • Frühkartoffeln unter Folie oder Vlies für Ernte ab Juni
    • Dammkultur – Erde anhäufeln fördert Knollenbildung und verhindert Ergrünung
    • Fruchtfolge beachten – frühestens nach 4 Jahren wieder an gleicher Stelle

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Frühkartoffeln Juni/Juli, mittelfrühe und späte Sorten August bis Oktober. Lagerkartoffeln halten bei richtiger Lagerung bis in den Frühling.

    Bei trockener Witterung ernten. Mit Grabegabel oder Kartoffelhacke vorsichtig unter den Pflanzen ansetzen, um die Knollen nicht zu verletzen. Beschädigte Knollen sofort verbrauchen, unversehrte Kartoffeln 1-2 Stunden auf dem Acker nachtrocknen lassen und dann einlagern.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    120 Tage

    Tipps

    • Kühl (4-8 °C), dunkel, luftig und trocken lagern – z. B. im Keller oder Vorratsschrank
    • Niemals im Kühlschrank lagern (Stärke wandelt sich in Zucker, wird beim Braten gesundheitskritisch durch Acrylamid)
    • Keine Äpfel in die Nähe – Ethylen fördert Keimung
    • Regelmäßig auf Keime und grüne Stellen prüfen und entfernen
    • Einmal gekocht im Kühlschrank 3-4 Tage haltbar
    • Gekocht abgekühlt bildet resistente Stärke – verdauungsfördernd

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Kartoffel wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Wann haben deutsche Kartoffeln Saison?

    Frühkartoffeln aus heimischem Anbau sind ab Juni verfügbar, Haupterntezeit ist August bis Oktober. Durch Einlagerung im Keller oder in Großlagern sind deutsche Kartoffeln ganzjährig verfügbar – von November bis Mai aus Lager. Erst ab Mai/Juni kommen wieder Frühkartoffeln (oft aus Südeuropa, dann aus Deutschland).

    Welche Kartoffelsorte eignet sich wofür?

    Festkochend (z. B. Linda, Nicola, Annabelle) – für Salat, Bratkartoffeln, Gratin, Pellkartoffeln. Vorwiegend festkochend (z. B. Laura, Quarta, Belana) – Allrounder für Beilagen und Pommes. Mehligkochend (z. B. Adretta, Bintje, Ackersegen) – für Püree, Suppen, Klöße, Knödel. Farbiges Fleisch (z. B. Bamberger Hörnchen, Vitelotte, Highland Burgundy Red) als Spezialitäten.

    Darf man grüne oder keimende Kartoffeln essen?

    Grüne Stellen und austreibende Keime enthalten Solanin und Chaconin – Alkaloide, die Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen verursachen können. Keime und grüne Stellen großzügig wegschneiden, dann sind die Kartoffeln noch verwendbar. Stark grüne oder stark keimende Knollen besser entsorgen. Beim Kochen geht das Solanin nicht verloren.

    Warum sollte man Kartoffeln nicht im Kühlschrank lagern?

    Unter 8 °C wandelt die Kartoffel Stärke in Zucker um. Das beeinflusst den Geschmack (süßlich) und ist vor allem beim Frittieren und Backen problematisch: Im Zusammenspiel mit hohen Temperaturen entsteht aus dem Zucker das potenziell krebserregende Acrylamid. Ideal sind dunkle Vorratsräume mit 4-8 °C und hoher Luftfeuchtigkeit.

    Sind Kartoffeln Dickmacher?

    Nein. Pur zubereitet (Salz-, Pell-, Ofenkartoffeln) haben 100 g Kartoffel nur 77 kcal – weniger als Nudeln oder Reis. Problematisch werden sie erst durch Zubereitung mit viel Fett (Pommes frites, Chips: 300-500 kcal/100 g). Abgekühlte und wieder erwärmte Kartoffeln bilden zudem resistente Stärke, die wie Ballaststoffe wirkt und die Darmflora fördert.

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