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    Obst

    Zwetschge

    Länglich-dunkelblaue Pflaumenvariante mit lösendem Stein – der Star jedes Zwetschgenkuchens im Spätsommer.

    Zwetschge – Obst aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Zwetschge hat in den Monaten August, September, Oktober Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Zwetschge (Prunus domestica subsp. domestica) ist eine spezielle Unterart der Pflaume und in Deutschland, Österreich und der Schweiz das klassische Kuchenobst des Spätsommers. Unterscheidungsmerkmale zur gewöhnlichen Pflaume: längliche, ovale Form (Pflaumen sind runder), dunkelblaue bis fast schwarze Schale mit typischem Wachsreif, festes gelb-grünes Fruchtfleisch, und vor allem ein Stein, der sich leicht vom Fruchtfleisch löst – was Zwetschgen zum idealen Backobst macht. Die Schweiz und Deutschland unterscheiden auch zwischen Zwetschgen (längliche, später erntbar) und Pflaumen (rund, früher) – süddeutsch sagt man oft Zwetschge/Zwetschke/Quetsche, norddeutsch eher Pflaume für dieselbe Frucht. Klassisch wird sie zu Zwetschgenkuchen, Zwetschgendatschi, Zwetschgenknödel, Powidl (böhmisches Mus) und Schnaps (Slivowitz, Zwetschgenwasser) verarbeitet. Hauptsaison in Deutschland: August bis Oktober.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassischer Zwetschgenkuchen mit Streuseln
    • Bayerischer Zwetschgendatschi (Blechkuchen)
    • Österreichische Zwetschgenknödel (Powidl-gefüllt)
    • Zwetschgenröster (traditioneller österreichischer Kompott)
    • Powidl (böhmisch-österreichisches Zwetschgenmus)
    • Zwetschgenmarmelade und -konfitüre
    • Gebackene Zwetschgen mit Vanilleeis
    • Slivowitz, Zwetschgenwasser, Zwetschgenlikör
    • Zu Wildgerichten und Ente

    Passt perfekt zu

    • Zimt und Nelke (klassisch)
    • Vanille und Sternanis
    • Mandeln und Marzipan
    • Streusel aus Butter, Mehl und Zucker
    • Ziegenkäse und Blauschimmelkäse
    • Wildbret und Ente
    • Rum und Sliwowitz
    • Rotkohl und Rotwein (zum Wild)

    Eigenschaften

    • Länglich-oval mit dunkelblauer, wachsartiger Schale
    • Stein löst sich leicht vom Fleisch (im Unterschied zu Pflaumen)
    • Festes Fruchtfleisch – ideal fürs Backen
    • Verdauungsfördernd durch Sorbit-Gehalt
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Ballaststoffe und Sorbit wirken verdauungsfördernd
    • Kaliumreich unterstützt Blutdruck und Herz
    • Anthocyane in der blauen Schale antioxidativ
    • Kalorienarm (48 kcal/100 g) für Sommerobst
    • Getrocknete Zwetschgen traditionell gegen Verstopfung

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger, windgeschützter Standort
    • Tiefgründiger, durchlässiger Boden, kalkhaltig
    • Regelmäßig, aber sparsam düngen (nicht zu üppig)
    • Formschnitt im Sommer nach der Ernte
    • Gegen Monilia-Fruchtfäule: Fallobst täglich aufsammeln, alte Früchte am Baum entfernen
    • Kirschessigfliege ist Hauptschädling – engmaschige Netze (0,8 mm) schützen
    • Winterschnitt (keine trocknen Jahre!)
    • Hauszwetschge extrem robust und ertragreich

    Pflege

    • Pflanzung als Halb- oder Hochstamm im Herbst/Frühjahr
    • Veredelung auf Prunus-Unterlagen für kleinere Baumformen
    • Selbstfruchtbar (im Unterschied zu manchen Kirschen)
    • Einzelbaum trägt 30-50 kg pro Jahr
    • Lange Standzeit (30-50 Jahre) in Streuobstwiesen

    Erntezeitpunkt

    Zeit: August bis Oktober, je nach Sorte. Frühe Sorten Mitte August, Hauszwetschge klassisch September-Oktober.

    Reif sind Zwetschgen, wenn sie intensiv dunkelblau gefärbt sind, der Wachsreif-Schutzfilm intakt und sich leicht vom Stiel lösen. Vorsichtig pflücken – Wachsreif ist Qualitätsmerkmal. Druckempfindlich. Am besten zügig verarbeiten oder sofort kühlen.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Kühlschrank
    Haltbarkeit
    5 Tage

    Tipps

    • Im Gemüsefach des Kühlschranks 4-6 Tage haltbar
    • Bei Raumtemperatur 2-3 Tage, reift nach
    • Mit Wachsreif (natürlicher Schutz) nicht vor Lagerung waschen
    • Entsteint und halbiert auf Blech einzeln vorfrieren, dann Gefrierbeutel – 12 Monate
    • Gebacken als Powidl oder Marmelade 1-2 Jahre haltbar
    • Getrocknet als Backpflaumen monatelang haltbar
    • In Alkohol eingelegt (Rumtopf) monatelang

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Zwetschge wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Was ist der Unterschied zwischen Zwetschge und Pflaume?

    Beide gehören zu Prunus domestica, sind aber verschiedene Unterarten. Zwetschgen sind länglich-oval, meist kleiner, mit festem, aromatischem Fleisch; der Stein löst sich leicht. Pflaumen sind runder, saftiger, weicher – der Stein haftet oft am Fleisch. Geschmacklich sind Zwetschgen intensiver und säurebetonter, Pflaumen süßer. Für Kuchen unbedingt Zwetschgen wegen der Festigkeit. Norddeutsch wird oft nicht unterschieden („Pflaume" als Oberbegriff).

    Warum haben Zwetschgen einen weißen Belag?

    Der weiße, wachsartige Belag heißt „Duftreif" oder „Wachsreif" (englisch „bloom"). Er ist eine natürliche Schutzschicht der Pflanze, die vor Wasserverlust und Mikroorganismen schützt. Er besteht aus langkettigen Fettsäuren. Der Reif ist ein Frischemerkmal – je intakter, desto frischer die Frucht. Er ist völlig ungiftig und unbedenklich – lässt sich aber leicht abwaschen. Für Kuchenbeläge sollte er erhalten bleiben.

    Warum wirken getrocknete Zwetschgen abführend?

    Zwei Gründe: 1) Sorbit – ein Zuckeralkohol, der im Darm Wasser bindet und so die Darmpassage beschleunigt. 2) Ballaststoffe regen die Darmperistaltik an. In frischen Zwetschgen ist Sorbit moderat vorhanden, in getrockneten (Backpflaumen) konzentriert. 5-10 getrocknete Zwetschgen in Wasser eingeweicht und morgens mit dem Einweichwasser genossen – altbewährtes Hausmittel bei Verstopfung.

    Was ist Zwetschgendatschi?

    Ein klassischer bayerischer und fränkischer Blechkuchen: Hefe- oder Quark-Öl-Teig auf dem Blech ausrollen, entsteinte, halbierte Zwetschgen eng dachziegelartig darauf legen, mit Zimt-Zucker bestreut, bei 180 °C ca. 30 Min backen. Dazu gehören klassisch Schlagsahne oder Vanilleeis. Im schwäbischen und bayerischen Raum ab August-September das Sonntagsdessert schlechthin. Regionale Varianten: Datschi mit Mürbeteig, mit Streuseln, mit Mandelsplittern.

    Wie mache ich Powidl?

    Böhmisch-österreichisch: 2 kg entsteinte Zwetschgen sehr lange (3-5 Stunden) unter Rühren bei niedriger Hitze köcheln, bis eine dunkle, fast schwarze Paste entsteht. Ohne Zucker! Der natürliche Fruchtzucker konzentriert sich durch Verdampfen. Erst am Ende je nach Geschmack mit Zimt, Nelke, Rum abschmecken. In Gläser füllen und sterilisieren – hält Jahre. Klassisch als Füllung für Zwetschgenknödel oder als Brotaufstrich.

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