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    Obst

    Zitronatzitrone

    Urahnin aller Zitrusfrüchte – riesig, knorrig, intensiv duftend. Dicke Schale ist der Star: aromatisches Zitronat für Stollen und Panettone.

    Zitronatzitrone – Obst aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Zitronatzitrone hat aktuell keine ausgewiesene regionale Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager
    • Import

    Die Zitronatzitrone (Citrus medica) – auch Cedrat genannt – ist mit rund 3.000 Jahren Kulturgeschichte die älteste aller Zitrusfrüchte und genetische Urahnin von Zitrone, Orange und Limette. Die großen (bis 30 cm, bis 5 kg), knorrig-faltigen Früchte mit ungewöhnlich dicker (3-6 cm!), intensiv duftender Schale sind ein Genuss für Sammler und Genießer. Das Fruchtfleisch ist trocken, sauer und mag eher nebensächlich; der Star ist die aromatische Schale, aus der durch Einlegen in Zuckerlake das berühmte Zitronat („Sukkade") entsteht – unverzichtbare Zutat für Christstollen, Panettone, Lebkuchen und mediterrane Gebäcke. Im Judentum hat eine besondere Sorte (Etrog / Esrog) kultische Bedeutung: Sie wird zum Laubhüttenfest (Sukkot) verwendet. In Deutschland ist die Zitronatzitrone fast ausschließlich Importware aus Sizilien (Diamante), Israel, Marokko und Korsika – ganzjährig verfügbar, Hauptsaison im späten Herbst und Winter für die Stollenherstellung.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassisches Zitronat selbst gemacht (Schale in Zuckerlake eingelegt)
    • Christstollen – unverzichtbar (zusammen mit Orangeat)
    • Panettone und Colomba – italienische Traditionsbackwaren
    • Lebkuchen und Honigkuchen
    • Kandierte Schale für Pralinen und Schokoladen
    • Cedrat-Likör (korsische Spezialität)
    • Marmelade mit extrem intensivem Zitronen-Aroma
    • Duftdekoration in der Weihnachtszeit
    • Etrog für jüdisches Sukkot-Fest

    Passt perfekt zu

    • Schokolade (dunkel, klassisch in Konfekt)
    • Mandeln, Rosinen, getrocknete Früchte
    • Rum und Rum-Rosinen
    • Zimt, Nelken, Kardamom (Lebkuchen)
    • Marzipan und Mohn
    • Vanille und Zitronengras
    • Weißer Rum, Gin, Wodka (Liköre)
    • Anis und Fenchel

    Eigenschaften

    • Extrem dicke, aromatische Schale (3-6 cm)
    • Urahnin aller Zitrusfrüchte
    • Rohes Fruchtfleisch unbedeutend – Schale ist der Star
    • Grundlage für Zitronat/Sukkade
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Vitamin C unterstützt Immunsystem (v. a. in frischer Schale)
    • Ätherische Öle in der Schale antibakteriell
    • Flavonoide und Antioxidantien zellschützend
    • Traditionell bei Verdauungsbeschwerden (in mediterraner Volksmedizin)
    • Limonoide in Zitrusfrüchten krebsvorbeugend in Studien

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Vollsonnig, keine pralle Mittagssonne im Hochsommer
    • Humusreicher, durchlässiger Boden, leicht sauer (pH 5,5-6,5)
    • Überwintern hell bei 5-15 °C
    • Im Sommer regelmäßig gießen und mit Zitrus-Dünger düngen
    • Staunässe streng vermeiden – Wurzelfäule droht
    • Blüten duften intensiv – können ganzjährig auftreten
    • Etrog-Sorte ist besonders wertvoll und schwer zu kultivieren
    • Schadbilder: Schildläuse, Spinnmilben – genau beobachten

    Pflege

    • In Deutschland als Kübelpflanze oder Wintergartenkultur
    • Vermehrung aus Stecklingen oder Samen
    • Mehrjährig – wird 3-5 m hoch
    • Brauchen viel Licht und Wärme
    • Frostempfindlich – unter 0 °C sterben sie

    Erntezeitpunkt

    Zeit: In Mittelmeerländern Oktober-Dezember. Bei eigenem Anbau in Deutschland von spätem Herbst bis Winter.

    Früchte sind reif, wenn sie gelbgolden und sehr aromatisch duften. Mit Schere oder durch Abdrehen ernten. Frucht ist robust, druckunempfindlich (wegen dicker Schale). Direkt verarbeiten oder mehrere Wochen bei Raumtemperatur lagern.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Zimmertemperatur
    Haltbarkeit
    30 Tage

    Tipps

    • Ganze Frucht bei Raumtemperatur 3-4 Wochen haltbar
    • Im Kühlschrank sogar 2-3 Monate
    • Dicke Schale schützt das Innere sehr gut
    • Schale zum Abrieb einfrieren – hält Monate
    • Fertig gemachtes Zitronat (gezuckert) 6-12 Monate haltbar
    • Kandierte Schale in luftdichtem Behälter trocken und kühl
    • Frische Frucht als Raumduft – Aromastoffe diffundieren aus der Schale

    FAQ

    Häufig gefragt

    Was ist Zitronat und wie unterscheidet es sich von Orangeat?

    Zitronat (auch Sukkade) ist die kandierte Schale der Zitronatzitrone. Das Fruchtfleisch wird entfernt, die dicke Schale blanchiert, dann über 2-3 Wochen in zunehmend konzentriertem Zuckersirup eingelegt und getrocknet. Resultat: aromatische, süße, elastisch-bissfeste Stücke. Orangeat wird identisch aus Bitterorangen- oder Orangenschalen hergestellt – leichter süß-bitter im Aroma. Beide sind klassische Stollen- und Weihnachtsgebäck-Zutaten.

    Kann ich Zitronat mit gewöhnlichen Zitronen machen?

    Nur bedingt. Zitronen haben viel dünnere Schale und weniger vom weißen Teil (Mesokarp), den es für echtes Zitronat braucht. Man kann zwar Zitronenschale kandieren, erhält aber dünnere Streifen und andere Textur – eher wie kandierte Zitronenzesten. Für authentisches Stollen-Zitronat braucht man die dickschalige Zitronatzitrone. In Feinkostläden und Onlineshops ist diese zur Weihnachtszeit zu finden.

    Was ist ein Etrog?

    Etrog (hebräisch אתרוג) ist eine besondere Sorte der Zitronatzitrone, die im Judentum für das Laubhüttenfest (Sukkot) verwendet wird. Die Frucht muss makellos sein, mit perfekt erhaltener „Pitom" (Griffelspitze) – deshalb sind hochwertige Etrogim sehr teuer. Sie werden zusammen mit Lulav (Palmzweig), Hadas (Myrte) und Arava (Weide) als „vier Arten" im Ritus gebraucht. Nach dem Fest werden sie oft zu Marmelade verarbeitet.

    Warum ist die Zitronatzitrone so groß und knorrig?

    Die Größe (bis 5 kg) ist Sortenmerkmal – die Frucht investiert ihre Energie mehr in die aromatische, dicke Schale als in das Fruchtfleisch. Die knorrige Oberfläche (je nach Sorte mehr oder weniger ausgeprägt) kommt durch ungleichmäßiges Wachstum der Öldrüsen in der Schale. Die Sorte ‚Buddhas Hand' ist eine extrem verformte Zitronatzitrone mit fingerartigen Auswüchsen.

    Wann hat die Zitronatzitrone Saison?

    Als Importware ist sie ganzjährig erhältlich. Die Hauptsaison im Handel ist der späte Herbst und Winter (November-Januar) – für die Stollen- und Weihnachtsbäckerei. In den Hauptanbauländern Italien, Korsika und Marokko wird sie hauptsächlich im Oktober bis Dezember geerntet. In spezialisierten Feinkostläden und mediterranen Supermärkten auch das Jahr über zu finden.

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