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    Obst

    Schlehe

    Herbe Wildfrucht aus deutscher Hecke – nach dem Frost mild und zur Grundlage für Likör, Gelee und Schlehenfeuer.

    Schlehe – Obst aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Schlehe hat in den Monaten Oktober, November, Dezember Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Schlehe (Prunus spinosa) ist die Wildform der Pflaume und einer der bekanntesten heimischen Sträucher in Hecken, Feldrändern und Streuobstwiesen. Die kleinen (1-1,5 cm), blau-schwarzen mit feinem Wachsreif überzogenen Früchte sitzen zwischen scharfen Dornen – daher die Bezeichnung „Schwarzdorn". Roh sind Schlehen extrem herb und adstringierend, weil sie viele Gerbstoffe enthalten; erst nach dem ersten Frost oder durch 1-2 Tage im Gefrierfach werden sie süßer und milder – dann entwickeln sie das typisch bittersüße, komplexe Aroma, das den berühmten Schlehenlikör („Schlehenfeuer"), Schlehengeist und Sloe Gin in England ausmacht. Schlehen sind ein ökologisch wertvolles Wildobst: Sie liefern Nahrung für über 20 Vogelarten und 60 Insektenarten – und für traditionelle Herbstverarbeitung in der Hausküche. Die weißen Blüten im April sind die erste Nektarquelle des Jahres für Bienen und Hummeln.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassischer Schlehenlikör („Schlehenfeuer")
    • Englischer Sloe Gin (Gin + Schlehen + Zucker)
    • Schlehengelee zu Wild und Käse
    • Schlehenmarmelade (entsteint oder passiert)
    • Schlehensaft (gesüßt)
    • Schlehen-Chutney zu Ente und Wild
    • Wildfruchtpunsch im Winter
    • Schlehenmus als Grundlage für Backwaren

    Passt perfekt zu

    • Gin (klassisch Sloe Gin)
    • Korn, Wodka, Rum (Liköre)
    • Zimt und Nelke
    • Vanille und Sternanis
    • Wildbret (Reh, Wildschwein, Hase)
    • Ziegen- und Blauschimmelkäse
    • Apfel und Birne
    • Holunder

    Eigenschaften

    • Wildform der Pflaume – sehr klein und herb
    • Wird nach Frost süßer („Schlehen-Trick: einfrieren")
    • Sehr hoher Gerbstoffgehalt – adstringierend
    • Wächst an dornigem Strauch in Hecken
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und zusammenziehend
    • Traditionell bei Halsschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden
    • Extrem ballaststoffreich (6 g/100 g)
    • Antioxidative Anthocyane in der Schale
    • Blüten als Tee genutzt (leicht abführend, harntreibend)

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger Standort, Boden egal – auch Kalk, Sand, Lehm
    • Ideal als Heckenpflanze (schnittverträglich, blickdicht, dornig)
    • Frühlingsblüte wichtig für Bienen (Nektar-Quelle im April)
    • Wertvoll für Vögel (Nistplatz, Nahrung) und Insekten
    • Bildet Wurzelausläufer – kann wuchern, ggf. Wurzelsperre
    • Sortenempfehlung: ‚Nittel', ‚Godenhaus' (großfrüchtig, dornenärmer)
    • Kaum Schädlinge und Krankheiten – Zero-Maintenance-Pflanze
    • Nach 5-7 Jahren regelmäßige Ernte möglich

    Pflege

    • In der Regel Wildsammlung in Hecken und Feldrändern
    • Als Heckenpflanze im Garten einfach zu pflanzen
    • Extrem anspruchslos – gedeiht auf allen Böden
    • Aus Samen, Ausläufern oder Stecklingen vermehrbar
    • Winterhart und trockenheitstolerant

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Oktober bis Dezember, nach dem ersten Frost ideal (oder selbst einfrieren).

    Mit dicken Gartenhandschuhen und Handvorstrecker bewaffnet durch die Dornenhecke – mühsam, aber mit kg-weise Ertrag belohnt. Alternativ: ganze Zweige abschneiden, zuhause die Beeren abstreifen. Vor dem Verarbeiten einfrieren (ersetzt den Frost) – Schlehen werden dann aromatischer und milder.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Kühlschrank
    Haltbarkeit
    5 Tage

    Tipps

    • Direkt nach Ernte einfrieren (1-2 Tage) – ersetzt den Frost
    • Im Kühlschrank roh 3-5 Tage haltbar
    • Gefroren 6-12 Monate haltbar
    • Eingelegt in Alkohol (Likör) Monate bis Jahre haltbar
    • Gelee 1-2 Jahre im Glas
    • Nicht bei Raumtemperatur lagern – werden schnell weich
    • Beim Sammeln robuste Handschuhe gegen die Dornen tragen

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Schlehe wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Warum muss man Schlehen einfrieren oder Frost abwarten?

    Schlehen enthalten viele Gerbstoffe und Säuren – frisch vom Strauch schmecken sie extrem herb und pelzig adstringierend („Ziegenmaul-Gefühl"). Erst nach dem ersten Frost (oder 1-2 Tagen im Gefrierfach) werden die Zellwände zerstört, Säuren abgebaut und Stärke in Zucker umgewandelt. Dann erst entfalten sie das typisch aromatisch-bittersüße Aroma. Wer zu früh erntet und nicht einfriert, produziert quasi ungenießbaren Likör.

    Was ist der Unterschied zu Pflaume und Zwetschge?

    Die Schlehe (Prunus spinosa) ist die Wildform, eine kleine, herbe, fast nur verarbeitbare Frucht an dornigem Strauch. Pflaumen und Zwetschgen (Prunus domestica) sind durch Jahrhunderte gezielter Züchtung entstandene Kulturformen – größer, süßer, mit weicherem Fruchtfleisch. Die Schlehe ist der „Urahn" und teilt mit Pflaume/Zwetschge den typisch blauen Wachsreif und den ovalen Stein.

    Wie macht man Schlehenlikör?

    Klassisches Rezept: 500 g nachgefrorene Schlehen leicht anquetschen oder mit Nadel einstechen, mit 250 g Zucker und 1 Liter Korn/Wodka/Gin in ein großes Glas. 6-8 Wochen an dunklem, kühlem Ort ziehen lassen, gelegentlich schütteln. Dann absieben und in Flaschen füllen. Sloe Gin (die englische Variante): statt Korn Gin verwenden – wird zu einer winterlichen Spezialität. Hält jahrelang.

    Wofür werden Schlehen noch genutzt?

    Neben Likör, Gelee und Marmelade sind Schlehen in der Volksmedizin geschätzt: Blüten-Tee im Frühjahr (harntreibend, leicht abführend), Schlehensaft bei Halsentzündung (Gerbstoffe wirken zusammenziehend), Schlehenmus traditionell bei Durchfall. In der Naturkosmetik werden Extrakte in Mundspülungen und gegen entzündetes Zahnfleisch verwendet.

    Darf ich Schlehen in der Natur sammeln?

    Ja, in haushaltsüblichen Mengen für den Eigenbedarf ist das „Handstraußprinzip" in ganz Deutschland erlaubt – auf öffentlichem Grund und an Feldrändern. Ausnahme: Naturschutzgebiete und stark gedüngte/gespritzte Flächen meiden. Auch Privateigentum respektieren. Schlehen sind keine geschützte Art; sie sind sogar so häufig, dass sie manchmal als Hecken-„Unkraut" gelten.

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