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    Obst

    Quitte

    Herb-aromatische Herbstfrucht – roh ungenießbar, gekocht eine Delikatesse: für Gelee, Quittenbrot und Kompott.

    Quitte – Obst aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Quitte hat in den Monaten September, Oktober, November Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Quitte (Cydonia oblonga) ist eine der ältesten Kulturfrüchte Europas – bereits die Griechen und Römer verehrten sie als Liebesfrucht der Aphrodite. Unterschieden werden Apfelquitten (rundlich, fester, wenig Saft) und Birnenquitten (länglich, saftiger, aromatischer). Die goldgelb-pelzige Schale duftet intensiv und aromatisch – ein reifer Quittenkorb parfümiert einen ganzen Raum. Roh ist die Quitte steinhart, sehr sauer und adstringierend (gerbstoffreich) und daher praktisch ungenießbar. Gekocht entfaltet sie jedoch ein einzigartiges Aroma zwischen Apfel, Birne und Rose – klassisch verarbeitet zu Gelee (besonders pektinreich – oft ohne Gelierzucker), Kompott, Mus, dem traditionellen Quittenbrot (Membrillo, Cotignac), Likör oder Wein. Sehr ballaststoffreich (5 g/100 g), reich an Pektin, Vitamin C und Tannine. Hauptsaison in Deutschland: September und Oktober.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassisches Quittengelee (rubinrot, pektinreich)
    • Quittenbrot (Membrillo, Cotignac) zu Käse
    • Quittenkompott mit Zimt und Nelke
    • Quitten-Likör und Quitten-Wein
    • Quittenmus zu Milchreis und Pfannkuchen
    • Quitten-Chutney zu Wild und Käse
    • Quitten-Tatin (wie Tarte Tatin) oder -Clafoutis
    • Gedämpfte Quittenstücke in Tajine mit Lamm
    • Quitten-Schnaps (Quittenwasser)

    Passt perfekt zu

    • Zimt, Nelke, Sternanis
    • Vanille und Kardamom
    • Honig und Ahornsirup
    • Manchego-, Ziegen- und Blauschimmelkäse
    • Wildbret und Lamm
    • Rotwein und Portwein
    • Apfel und Birne
    • Walnüsse und Mandeln

    Eigenschaften

    • Apfel- und Birnenquitten (unterschiedliche Form und Aroma)
    • Außergewöhnlich hoher Pektin-Gehalt – ideal für Gelee
    • Roh ungenießbar – erst gegart eine Delikatesse
    • Intensiver, parfümartiger Duft der reifen Frucht
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Sehr hoher Pektin-Gehalt wirkt präbiotisch, gut für Darmflora
    • Ballaststoffe fördern Verdauung und Sättigung
    • Tannine und Schleimstoffe traditionell bei Halsentzündung
    • Quittensamen-Gel wird in der Naturkosmetik verwendet (Hautpflege)
    • Antioxidative Phenolsäuren zellschützend

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger, warmer, windgeschützter Standort
    • Tiefgründiger, durchlässiger, leicht kalkhaltiger Boden
    • Frosthart bis -15 °C, aber empfindlich gegen Spätfröste in Blüte
    • Wenig Pflege – kaum Krankheiten, wenig Schädlinge
    • Regelmäßiger Formschnitt alle 2-3 Jahre
    • Monilia-Fruchtfäule und Feuerbrand im Auge behalten
    • Sortenempfehlungen: ‚Konstantinopler Apfelquitte', ‚Portugiesische Birnenquitte', ‚Bereczki'
    • Flaum der Schale beim Ernten abwischen – schon am Baum

    Pflege

    • Pflanzung als Hoch-, Halb- oder Buschstamm im Herbst oder Frühjahr
    • Selbstfruchtbar – ein einzelner Baum reicht
    • Wächst langsam – 3-6 m hoch
    • Veredelung auf Weißdorn oder Quitten-Sämlinge für Gärten
    • In Streuobstwiesen traditionell als Einzelbaum gepflanzt

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Mitte September bis Mitte November, je nach Sorte und Lage. Reif sind die Früchte, wenn sie sich von Grün zu Goldgelb verfärbt haben und intensiv duften.

    Früchte vorsichtig vom Baum pflücken (leicht abdrehen), nicht werfen – druckempfindlich. Flaum mit einem Tuch abreiben. Falls der Flaum nicht entfernt wird, kann er beim Einkochen das Gelee trüben. Sofort verarbeiten oder einlagern, nicht zusammen mit anderen Früchten (starker Eigengeruch).

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    90 Tage

    Tipps

    • Im kühlen Keller (0-8 °C) 2-3 Monate haltbar
    • Getrennt von anderen Obstsorten lagern – starker Eigengeruch
    • Nicht unbedingt kühl: lagern auch bei Zimmertemperatur 4-6 Wochen gut
    • Auf weichem Untergrund (Zeitungspapier) – Druckstellen vermeiden
    • Verarbeitet (Gelee, Mus, Quittenbrot) mindestens 1 Jahr haltbar
    • Einfrieren nach Garen möglich – 10 Monate
    • Reife Quitten in einer Obstschale parfümieren den ganzen Raum

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Quitte wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Kann man Quitten roh essen?

    Theoretisch ja, praktisch nein. Rohe Quitten sind steinhart, sehr sauer und stark adstringierend – kulinarisch praktisch ungenießbar. Erst durch Kochen oder Einlagern über Wochen wird das Fruchtfleisch weich und entwickelt sein volles Aroma. Einige moderne Sorten (‚Cydora Robusta', ‚Konstantinopler') sind weicher und können in Scheiben mit Honig und Nüssen roh probiert werden.

    Warum sind Quitten so pelzig?

    Die pelzige Haut ist eine natürliche Schutzschicht der Frucht gegen Verdunstung, Sonneneinstrahlung und Schädlinge. Sie lässt sich einfach mit einem trockenen Tuch abreiben oder unter warmem Wasser mit einer Bürste entfernen. Vor dem Einkochen ist das wichtig – sonst kann der Flaum das Gelee trüben und das Aroma beeinträchtigen.

    Was ist der Unterschied zwischen Apfel- und Birnenquitte?

    Apfelquitten sind rundlich, kompakt, haben festes Fruchtfleisch, sehr hoch im Pektin-Gehalt – ideal für Gelee. Birnenquitten sind länglich, saftiger, aromatischer und oft süßer – besser für Kompott und Quittenbrot. Im Garten sind Apfelquitten etwas robuster, Birnenquitten brauchen oft wärmere Lagen. Geschmacklich liegen beide nah beieinander.

    Was ist Quittenbrot?

    Quittenbrot (Membrillo in Spanien, Cotignac in Frankreich) ist eine konzentrierte Quittenpaste: Quittenmus wird mit Zucker über Stunden eingekocht, bis eine feste, schnittbare Masse entsteht. Die Paste wird in Formen gefüllt, getrocknet, dann in Würfel geschnitten. Klassisch zu Manchego oder anderen gereiften Käsen – ein spanischer Festtagsgenuss.

    Wie macht man klassisches Quittengelee?

    2 kg gewaschene, geschälte, geviertelte Quitten (Kerngehäuse bleibt mitgekocht – enthält viel Pektin!) mit 1 l Wasser 45 Min weich kochen. Durch ein Passiertuch abfiltern (nicht drücken – klares Gelee). Saft abmessen, mit gleicher Gewichtsmenge Gelierzucker 1:1 aufkochen, 4-5 Min sprudelnd kochen, in heiße Gläser füllen. Dank hohem Pektingehalt geliert es auch mit 2:1 oder 3:1-Zucker zuverlässig.

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