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    Obst

    Mispel

    Fast vergessene Winterfrucht – nach dem ersten Frost süß, aromatisch, perfekt für Gelee und Kompott.

    Mispel – Obst aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Mispel hat in den Monaten Oktober, November Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Echte Mispel (Mespilus germanica) ist eine alte Kulturpflanze, die heute in Deutschland fast vergessen ist – obwohl sie jahrhundertelang in Klostergärten und auf Bauernhöfen zum festen Obstbestand gehörte. Die 3-6 cm großen, braungelben Früchte sehen aus wie kleine abgeflachte Birnen mit einem charakteristischen „offenen" Fruchtansatz (der als Kelch bezeichnet wird). Vom Baum gepflückt sind die Früchte hart und herb – erst durch das sogenannte „Teigigwerden" nach dem ersten Frost oder durch Nachreifung entwickeln sie ihr mildes, aromatisches Aroma zwischen Apfel, Dattel und Backpflaume. Dieses Reifungsverhalten (englisch „bletting") war früher Teil des kulinarischen Alltags und ist heute eine Gourmet-Rarität auf Bauernmärkten und in Streuobstwiesen. Nicht zu verwechseln mit der japanischen „Wollmispel" (Loquat, Eriobotrya japonica), die eine völlig andere Frucht ist und im Frühsommer reift.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Mispel-Gelee (klassisch zu Wild und Käse)
    • Mispel-Kompott mit Zimt und Nelke
    • Mispelmus oder -Mark
    • Mispel-Likör oder -Wein
    • Reife Frucht pur als Dessert auslöffeln
    • Mispel-Chutney zu Käse und kaltem Braten
    • Mispel-Marzipan oder -Pralinen (Mus-Basis)
    • Traditioneller Mispel-Senf

    Passt perfekt zu

    • Zimt, Nelke und Sternanis
    • Vanille
    • Ziegen- und Blauschimmelkäse
    • Wildbret (Reh, Wildschwein, Hase)
    • Birne und Apfel
    • Honig
    • Mandel und Haselnuss
    • Roter Wein (im Punsch oder Kompott)

    Eigenschaften

    • Außergewöhnlich ballaststoffreich (ca. 10 g/100 g)
    • Reift erst nach dem ersten Frost („Teigigwerden", „bletting")
    • Traditionelle Winterfrucht von Streuobstwiesen
    • Nicht verwechseln mit Japanischer Wollmispel (Loquat)
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Extrem ballaststoffreich (10 g/100 g) fördert die Verdauung
    • Gerbstoffe wirken zusammenziehend, traditionell bei Durchfall
    • Pektinreich unterstützt die Darmflora
    • Enthält antioxidative Phenolsäuren
    • Niedriger Fettgehalt bei moderatem Zuckergehalt

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger, warmer Standort mit durchlässigem Boden
    • Frosthart bis -20 °C, aber Blüte (Mai) empfindlich gegen Spätfröste
    • Anspruchslos – wenig Pflege erforderlich
    • Regelmäßiger Schnitt alle 2-3 Jahre für Fruchtansatz
    • Kaum Schädlinge – wird selten von Wespen oder Vögeln befallen
    • Ideal für naturnahe Gärten – große Blüten im Mai, Herbstfärbung
    • Sortenempfehlung: ‚Nottingham', ‚Holländische Großfrüchtige', ‚Westerveld'

    Pflege

    • Pflanzung als Hoch- oder Halbstamm, oft veredelt auf Weißdorn oder Quitte
    • Selbstfruchtbar – ein einzelner Baum reicht
    • Wuchs mäßig – wird 3-5 m hoch, malerisch knorrig
    • Sehr langlebig (über 100 Jahre möglich)
    • In Streuobstwiesen traditionell kultiviert

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Ernte der Früchte unreif im Oktober/November, bei Frost oder nach dem ersten Frost. Genussreife nach 2-3 Wochen Nachreifung.

    Früchte bei trockenem Wetter vom Baum pflücken, bevor sie weich werden. In Obstkisten auf Stroh oder Zeitungspapier schichten und im kühlen Keller nachreifen lassen. Reif sind sie, wenn die Schale runzelig wird und das Fruchtfleisch weich-bräunlich ist („teigig").

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Vorratskammer
    Haltbarkeit
    60 Tage

    Tipps

    • Ernte hart vom Baum – Früchte brauchen Nachreifung („Teigigwerden")
    • In Obstkisten auf Stroh oder Zeitungspapier auslegen, im kühlen Keller
    • Bei 0-10 °C 2-3 Wochen bis zur Genussreife – Fruchtfleisch wird weich und bräunlich
    • Reife Mispeln zügig verbrauchen oder verarbeiten
    • Verarbeitet (Gelee, Kompott) 1-2 Jahre haltbar
    • Gefroren 6-8 Monate haltbar (ideal nach Teigigwerden)

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Mispel wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Warum muss man Mispeln erst nachreifen lassen?

    Frisch vom Baum sind Mispeln steinhart, herb und enthalten viel Gerbstoffe. Erst das sogenannte „Teigigwerden" (englisch „bletting") wandelt die Stärke in Zucker um und baut die Gerbstoffe ab. Traditionell geschah das durch den ersten Frost, heute oft durch kontrollierte Nachreifung bei 0-10 °C über 2-3 Wochen. Das Fruchtfleisch wird dann weich, bräunlich und süß-aromatisch – wie Dattel mit Apfel und Pflaume.

    Was ist der Unterschied zur Japanischen Wollmispel (Loquat)?

    Die Echte Mispel (Mespilus germanica) wird im Oktober/November in Mitteleuropa geerntet und reift nach. Die Japanische Wollmispel oder Loquat (Eriobotrya japonica) ist eine völlig andere Art aus Asien – sie trägt im Mai/Juni gelborange, birnenartige Früchte, die direkt reif geerntet werden. Die beiden haben nur den deutschen Namensteil „Mispel" gemeinsam, botanisch und kulinarisch sind sie verschieden.

    Wo bekomme ich Mispeln her?

    Im Handel sind Mispeln selten zu finden – am besten auf Bauernmärkten, in Hofläden oder bei Selbstvermarktern von Streuobstwiesen. Bio-Kisten manchmal im Herbst. Wer einen eigenen Garten hat, pflanzt am besten selbst einen Mispelbaum – er ist robust, dekorativ und liefert über Jahrzehnte. Einige Baumschulen führen klassische Sorten wie ‚Nottingham'.

    Sind Mispeln gesund?

    Sehr. Ihr außergewöhnlich hoher Ballaststoffgehalt (10 g/100 g) fördert die Verdauung, die Gerbstoffe und Pektine unterstützen die Darmflora und wirken zusammenziehend bei Durchfall. Sie enthalten moderate Mengen Vitamin C und Kalium. Traditionell wurden sie in der Volksmedizin als „Magenmittel" genutzt.

    Wie macht man Mispelgelee?

    1 kg nachgereifte Mispeln grob zerteilen, mit 500 ml Wasser und 1 EL Zitronensaft 30 Min weich kochen. Durch ein Passiertuch filtern (nicht drücken – gibt klares Gelee). Saft abmessen, mit gleichem Gewicht Gelierzucker 1:1 vermischen, 4 Min sprudelnd kochen, in heißen Gläsern verschließen. Passt perfekt zu Wild, Käse und Cremes.

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