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    Obst

    Holunderbeere

    Tiefviolette Heilfrucht – reich an Anthocyanen und Vitamin C, traditionell zu Saft, Sirup und Suppe verarbeitet.

    Holunderbeere – Obst aus regionalem Anbau

    Saisonkalender

    Verfügbarkeit

    Holunderbeere hat in den Monaten August, September Saison.

    • Freiland
    • Gewächshaus
    • Lager

    Die Holunderbeere (Sambucus nigra) stammt vom Schwarzen Holunder, einem der ältesten Kulturpflanzen Europas, der seit der Jungsteinzeit für Speisen, Medizin und Brauchtum genutzt wird. Die winzigen, tiefvioletten Dolden-Beeren enthalten rohe Toxine (Sambunigrin) und dürfen nur gekocht verzehrt werden. Beim Erhitzen werden die Bitterstoffe abgebaut, zurück bleibt eine einzigartige Kombination aus Anthocyanen, Vitamin C, Flavonoiden und ätherischen Ölen – klassische Grundlage für „Fliederbeersuppe", Saft, Gelee und Likör. In der Volksmedizin gilt Holunder seit Jahrhunderten als Erkältungs- und Grippemittel, dessen Wirksamkeit bei grippalen Infekten inzwischen auch wissenschaftlich belegt ist.

    Verwendung & Kombinationen

    Küche & Geschmack

    Verwendung

    • Klassische Fliederbeersuppe mit Grießklößchen
    • Holundersaft und -sirup für Heißgetränke
    • Holunderbeergelee zu Käse und Wild
    • Holunder-Chutney zu gegrilltem Fleisch
    • Holunderlikör und Ratafia
    • Blau-violetter Fruchtaufstrich mit Apfel
    • Holunderbeer-Glühwein im Herbst
    • Pancake-Topping mit Holunder und Apfel

    Passt perfekt zu

    • Apfel und Birne
    • Zitrusfrüchte (Zitrone, Orange)
    • Zimt und Nelke
    • Sternanis und Kardamom
    • Vanille
    • Wildbret und Reh
    • Reife Hart- und Blauschimmelkäse
    • Grießklößchen (klassisch)

    Eigenschaften

    • Roh leicht giftig (Sambunigrin) – nur gekocht verzehren
    • Sehr hoher Anthocyan-Gehalt – intensiv färbend
    • Typisches Erkältungsmittel der Volksmedizin
    • Kombinationspartner für Herbstblüten- und Blütenküche
    Gesundheit

    Was es im Körper macht

    • Reich an Anthocyanen hochwirksame Antioxidantien
    • Traditionell und studiengestützt bei Erkältung und Grippe eingesetzt (Linderung von Dauer und Schwere)
    • Sekundäre Pflanzenstoffe wirken entzündungshemmend und immunmodulierend
    • Hoher Kaliumgehalt unterstützt Herz-Kreislauf
    • Förderung des Schwitzens in der Volksmedizin bei fieberhaften Infekten

    Anbau, Pflege & Ernte

    Anbau & Garten

    Tipps für Hobbygärtner

    • Sonniger bis halbschattiger Standort, nährstoffreicher, feuchter Boden
    • Sehr anspruchslos – gedeiht auch auf schweren Böden
    • Alle 3-5 Jahre alte Triebe bodennah herausschneiden zur Verjüngung
    • Vor Vögeln schützen (Netz) – Amseln und Stare lieben die Beeren
    • Auch Holunderblüten (Mai/Juni) nutzbar – für Sirup, Küchle und Tee
    • Wildvögel freuen sich über übrig gelassene Fruchtstände als Winternahrung

    Pflege

    • Pflanzung als Strauch oder Baum im Frühjahr oder Herbst
    • Winterharter Großstrauch, wird bis zu 10 m hoch
    • Rückschnitt im späten Winter oder nach der Ernte zur Verjüngung
    • Für Obstbau veredelte Kultursorten (z. B. 'Haschberg', 'Sampo', 'Mammut')

    Erntezeitpunkt

    Zeit: Ende August bis Mitte September, wenn die Dolden tiefviolett-schwarz und prall sind und sich leicht senken.

    Komplette Dolden mit der Schere abschneiden, nicht einzelne Beeren pflücken. Mit einer Gabel die Beeren vom Stiel streifen, Stielanteile gründlich entfernen (enthalten mehr Toxine). Handschuhe tragen – der Saft färbt intensiv und dauerhaft.

    Lagerung

    Haltbar machen

    Lagerort
    Kühlschrank
    Haltbarkeit
    2 Tage

    Tipps

    • Frische Dolden zügig verarbeiten – maximal 1-2 Tage im Kühlschrank
    • Zum Aufbewahren am Stiel lassen (Beeren platzen sonst)
    • Beeren mit der Gabel vom Dolden-Strunk streifen, Stiele vollständig entfernen (enthalten mehr Toxine)
    • Einfrieren roh möglich, Verarbeitung danach wie frisch
    • Verarbeitet zu Saft, Gelee oder Sirup mehrere Monate bis ein Jahr haltbar

    Anbauregionen in Deutschland

    Regional

    Holunderbeere wird vor allem in folgenden Bundesländern angebaut.

    FAQ

    Häufig gefragt

    Darf man Holunderbeeren roh essen?

    Nein. Rohe Holunderbeeren, Blätter und Rinde enthalten das cyanogene Glykosid Sambunigrin, das Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursacht. Erst durch Erhitzen (mindestens 15 Minuten sieden) werden die Toxine abgebaut – dann sind die Beeren unbedenklich und sehr gesund.

    Wann ist die beste Zeit für die Holunderernte?

    Die Dolden werden Ende August bis Mitte September geerntet, wenn alle Beeren einer Dolde tiefviolett-schwarz sind und die Dolde sich nach unten neigt. Grüne oder rötliche Einzelbeeren sollten beim Verarbeiten aussortiert werden, da sie besonders reich an Sambunigrin sind.

    Wie wirkt Holunder bei Erkältung?

    Studien deuten darauf hin, dass Holunderbeerextrakt bei Erkältungen und Grippe die Krankheitsdauer verkürzen und Symptome lindern kann – durch immunmodulierende Wirkung der Anthocyane und Flavonoide. Klassisch wird heißer Holundersaft mit Honig bei den ersten Anzeichen eingenommen.

    Was ist der Unterschied zu Schwarzen Holunder und Trauben-/Roter Holunder?

    Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) liefert die tiefvioletten Beeren zum Verarbeiten. Der Trauben- bzw. Rote Holunder (Sambucus racemosa) trägt rote Beeren, ist bei uns weit verbreitet und wurde früher ebenfalls genutzt – ist aber empfindlicher und die Kerne müssen zuvor entfernt werden. Der Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus) ist giftig und nicht essbar.

    Warum färben Holunderbeeren so stark?

    Der intensive Farbstoff sind Anthocyane – wasserlösliche Pigmente, die zu den stärksten bekannten natürlichen Antioxidantien zählen. Sie sind auch in Heidelbeeren, schwarzen Johannisbeeren und Rotkohl enthalten. Flecken lassen sich mit heißer Zitronensäurelösung oder Salzwasser meist wieder entfernen – am besten vorbeugend Handschuhe tragen.

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