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    Wissenswertes

    Was bedeutet eigentlich „regional"?

    50 km? Bundesland? Deutschland? Die ehrliche Antwort – und warum sie komplizierter ist als gedacht.

    Es gibt keine offizielle Definition

    Das ist der unbequeme Einstieg: „Regional" ist in Deutschland kein geschützter Begriff. Kein Gesetz legt fest, wie viele Kilometer ein Produkt maximal gereist sein darf, um sich regional nennen zu dürfen. Ein Supermarkt kann theoretisch Tomaten aus dem Nachbarbundesland als „regional" vermarkten – und Tomaten aus dem Nachbarort auch.

    Das klingt wie ein Problem. Es ist eins – aber es ist lösbar, wenn man weiß, worauf man achten soll.

    Was „regional" meistens meint

    In der Praxis versteht man unter regional meist: kurze Transportwege, direkte Vermarktung, erkennbare Herkunft. Konkret:

    • Direktvermarkter und Hofläden – hier weißt du genau, woher die Ware kommt
    • Wochenmärkte – viele Stände beziehen direkt von Betrieben aus der Umgebung
    • Erzeugergemeinschaften – Zusammenschlüsse regionaler Betriebe mit klarer Herkunftsangabe
    • Gemüsekisten-Dienste – viele arbeiten mit festen Betrieben aus der Region zusammen

    Der Wochenmarkt kann eine sehr verlässliche Quelle sein – wenn die Ware tatsächlich vom Erzeuger stammt und nicht zugekauft wurde. Du kannst direkt fragen. Diese Möglichkeit hat kein Supermarkt.

    Das 50-km-Prinzip – hilfreich, aber nicht heilig

    Manche verwenden die 50-km-Grenze als persönliche Faustregel. Das ist pragmatisch sinnvoll, aber nicht immer praktikabel. In dicht besiedelten Regionen wie dem Rheinland oder dem Rhein-Main-Gebiet findet man leicht Produzenten in 30 km Entfernung. In dünn besiedelten Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern oder der Lüneburger Heide ist der nächste Spezialbetrieb manchmal 80 km entfernt – und trotzdem deutlich regionaler als Importware.

    Besser als eine starre Kilometergrenze: Transparenz der Herkunft. Drei einfache Fragen helfen dabei:

    • Steht ein konkreter Betrieb oder ein Ort auf der Verpackung?
    • Kann ich direkt nachfragen, woher die Ware kommt?
    • Ist die Herkunft nachvollziehbar – oder bleibt sie vage?

    Wenn du diese Fragen beantworten kannst, weißt du mehr als jede Kilometerangabe dir sagen könnte.

    Regional ≠ Deutschland

    „Aus Deutschland" ist besser als „aus Marokko" – aber es ist nicht dasselbe wie regional. Tomaten aus Bayern, die erst nach Hamburg geliefert, dort umgepackt und dann wieder in den Süden transportiert werden, haben trotzdem einen langen Weg hinter sich. Der Begriff „aus Deutschland" sagt nichts über die tatsächliche Lieferkette.

    Gleichzeitig gilt: Nicht jedes Produkt kann aus 50 km Entfernung kommen. Wer in einer Großstadt lebt, kommt nicht darum herum, dass manche Lebensmittel weiter reisen – solange es keine Exoten sind, ist das kein Drama.

    Regional auf Saisonteller

    Auf dieser Seite verwenden wir „regional" als Bundesland-Zuordnung. Jedes Lebensmittel zeigt, in welchen deutschen Regionen es typischerweise angebaut wird – damit du schneller einschätzen kannst, ob ein Produkt wirklich aus deiner Nähe stammen kann. Das ist keine Garantie für 50-km-Logistik, aber es gibt dir den Kontext, den eine reine Herkunftsangabe nicht liefert.

    Die Regionsseiten erklären für jedes Bundesland, was dort wächst, wann die Saison beginnt und welche Anbaugebiete besonders aktiv sind. Das ist unsere praktische Definition von regional: nicht eine Zahl, sondern ein Kontext.

    Regional vs. Bio – was ist wichtiger?

    Diese Frage hat keine universelle Antwort. Bio adressiert, wie etwas angebaut wird – Pestizide, Bodenpflege, Tierwohl. Regional adressiert, woher es kommt – Transportwege, lokale Wirtschaft, Frische.

    Ideal ist beides. Wenn du wählen musst: Regional-Bio vom Wochenmarkt direkt um die Ecke schlägt eine Bio-Großpackung aus dem anderen Ende Deutschlands. Und konventionelles Gemüse vom Betrieb nebenan kann in vielen Fällen sinnvoller sein als bio-zertifizierte Ware mit 2.000 km Transportweg. Es kommt auf den konkreten Fall an – und auf das, was dir gerade wichtiger ist.